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Alexander

Prolog
Ich sollte vielleicht kurz vorausschicken, dass möglicherweise nicht alles was ich hier erzähle ganz und gar dem Amalgam zuzuschreiben ist. Ein Stoff, in diesem Fall das Amalgam, kann doch wohl ein bestimmtes (toxisches) Potential besitzen. Wie dies sich aber dann beim Menschen auswirkt, hängt neben vielen Faktoren auch von dessen Veranlagung bzw. Konstitution ab. Trotzdem ist es für mich inzwischen eine Tatsache, dass Amalgam einen wesentlichen Anteil an meinen Beschwerden hatte und noch hat.

Wann genau das Ganze angefangen hat, ist schwierig zu sagen. Als ich jedoch herausfand, dass meine Eltern etliche graue Füllungen im Mund hatten, entstand bei mir der Verdacht, dass mich da etwas schon seit meiner Kindheit begleitet. Nicht umsonst wird heute der Mutter geraten, möglichst weit vor der Geburt eines Kindes die Zähne zu sanieren.

Seit ca. 15 Jahren, ich bin heute 34, habe ich Beschwerden, die mit Amalgam in Verbindung gebracht werden können.
Anfänglich von immer wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden geplagt, kamen später auch psychische Symptome hinzu. Panikattacken und daraus resultierende Depressionen, tiefe Gefühle des Alleinseins und der Melancholie. Sicher, ein Argument hierbei wäre, dass dergleichen bei vielen Menschen vorkommt, auch ohne Amalgam. Auffällig ist nur, dass ich jahrelang Ruhe vor diesen Beschwerden hatte, sie jedoch heute, da ich mir das Amalgam aus dem Körper holen lasse, wieder sehr stark sind.

Bis vor zwei Jahren wusste ich nichts von Amalgam und seiner möglichen Gefährlichkeit. Ich lebte halt so einigermassen mit meinen stetig im Körper herumwandernden Symptomen, lies regelmässig Ärzte an mir verdienen und betrachtete mich selbst als irgendwie hypochondrisches Wesen.

Dieser Zustand sollte sich jedoch ändern.
Es begann damit, dass mich immer wieder Entzündungen im Mundraum und am Zahnfleisch quälten, sodass ich mich entschloss einen Zahnarzt aufzusuchen. Dieser erkannte fachmännisch, dass es doch hier und da das eine oder andere Loch zu reparieren gebe, dass sicher alle Weisheitszähne zu ziehen seien und dass diese Zahnfleischentzündung nur mit Zahnreinigung und einem schön starken entzündungshemmenden Mittel angegangen werden könne. Glücklicherweise bewahrte mich meine Angst vor dem Zahnarzt davor, dass ich seinem Heilplan ganz entsprach.
Ich liess deshalb nur das Nötigste machen, ein Loch und die Zahnhygiene, worauf meine Zahnschmerzen sich auch wirklich besserten. Leider war dies jedoch der Beginn einer gründlichen Amalgam-Vergiftung.

Angefangen hat es mit immer trockener werdender Haut, zuerst an den Händen, dann am Kopf, an den Beinen und schliesslich am ganzen Körper. Die Hände waren teilweise so trocken, dass sie sich richtiggehend schälten. Meine Verdauungsbeschwerden nahmen wieder zu und ich hatte seit langem wieder einzelne Panikattacken. Auf zu einem Arzt, alles berichtet, das eine oder andere Medikamentchen mit nach Hause genommen und auf gute Besserung gehofft. Erstmals kamen jetzt zu den Medikamenten auch noch Salben für die Haut hinzu.

Doch eine weitere Verschlimmerung bewirkte nun ein immer stärker werdender Hautausschlag, der anfangs an schwitzigen Stellen am Körper auftrat, sich aber bald immer weiter ausbreitete. War diese Ausschlag zuerst einfach lästig, entwickelte er sich immer mehr zu einem beissenden Etwas, welches mich um etliche Nächte brachte und zum Teil noch bringt.

Wie schon erwähnt, habe ich mein Glück schon bei einigen Ärzten versucht, wovon mir die meisten ratlos irgendwelche Mittel verschrieben oder eine Psychotherapie empfahlen. Glücklicherweise hab ich nicht aufgegeben und immer wieder den einen oder anderen empfohlenen Arzt aufgesucht. Ich landete schliesslich bei einem meiner Meinung nach sehr guten Arzt in Zug (CH)*, der mich nach kurzem Gespräch darauf hinwies, dass es sich bei mir allenfalls um eine starke Amalgambelastung handeln könnte und ich besser mal meine Zähne sanieren sollte.
Amalgam – na ja, ich hatte auch schon was darüber gehört, sogar einmal irgendwie daran gedacht, dass ich eventuell mal meine Zähne von dem Zeug befreien könnte, aber eben, da war auch meine Zahnarztangst.

Es galt also nun die acht Füllungen, die ich im Mund hatte rauszubohren. Meine Motivation dies anzugehen war nicht gerade gross. Denn erstens kostet das einen Haufen Geld, und zweitens kann mir niemand versichern, dass dies Dinger im Mund mich wirklich so quälten. Obwohl ich eigentlich dem Arzt aus Zug sehr vertraute, beschloss ich die Sache mal eher langsam angehen zu lassen.
Unterdessen jedoch wurden der Hautausschlag immer schlimmer, und ich beschloss, das einmal von einem Hautarzt abklären zu lassen. Vielleicht konnte der ja auch irgendwie testen, ob der Ausschlag wirklich etwas mit Amalgam zu tun hatte.

Gesagt getan, ich ging also zum Hautarzt, mit der Bitte auch einen Allergie-Test (u.a. auf Metallbelastung) zu machen. Ich bekam ein Pflaster mit etlichen ekligen Stoffen auf den Rücken geklebt, das ich zwei Tage drauflassen musste. Danach nahm der Arzt mir das Pflaster ab und stellte erstaunt fest, dass zwei Stoffe positiv getestet worden waren: Amalgam und Quecksilber!
Da war ich ehrlich gesagt ganz schön überrascht. Sicher, ich war ja schon vorgewarnt gewesen, aber dass es jetzt so deutlich auf der Hand bzw. Haut liegt, das hätte ich nicht gedacht.

Also, es war nun klar, das ich so schnell wie möglich einen geeigneten Zahnarzt suchen musste, der mir die Quälgeister entfernen konnte. Nach einigem Herumfragen wurde ich schliesslich in Deutschland * fündig. Jetzt konnte es endlich losgehen ...

Soweit ich weiss, gibt es unterschiedliche Meinungen, was die Entfernung von Amalgam-Plomben betrifft. Ich jedoch entschloss mich dazu, diese so schnell wie irgend möglich zu entfernen. Abgemacht wurde, im Abstand von ca. einem Monat jeweils eine bis zwei Füllungen zu entfernen und durch andere Materialien zu ersetzen. Parallel dazu begann ich mit Chlorella und Bärlauchkapseln zu entgiften.

Unterdessen machten sich Quecksilber und Co. weiter ans Werk. Soviel ich weiss zieht Bärlauch das Amalgam aus dem Körper und Chlorella versucht die Stoffe durch den Darm auszuleiten. Mein Fehler denke ich war, den Bärlauch zu nehmen bevor ich die letzte Plombe entfernt hatte. Durch meinen eher schwachen Verdauungsapparat, welcher ja auch schon einige Jahre unter Amalgameinfluss stand, war mein Körper nicht imstande, das freigesetzte Amalgam abzubauen. Die Folge war, dass sich die Symptome verstärkten und auch meine Haut immer mehr litt. Eigentlich irgendwie logisch, über die Haut wurde ja einiges an Amalgam ausgeschieden.

Ich möchte hier noch kurz darauf hinweisen, wie wichtig es ist, einen gut funktionierenden Verdauungsapparat zu besitzen, wenn man eine Entgiftung machen möchte. Bei mir jedenfalls hat es sich klar gezeigt, dass man sich mit Ausleitung auch wieder selber vergiften kann. Natürlich entschärft sich die Situation ein wenig, wenn man erst dann mit der Entgiftung beginnt, wenn alle Plomben entfernt sind.

Ich besuchte schliesslich wieder meinen Zuger Arzt*, um ihm die Situation darzulegen. Er riet mir, die Bärlauchkapseln bis zur Entfernung der letzten Plombe nicht mehr zu nehmen und gab mir zwei neue Medikamente (bzw. Nahrungsergänzungsmittel), die eine Entgiftung stark beschleunigen können. Chlorella konnte ich weiterhin nehmen.

Meine Symptome begannen sich während der Amalgamentfernung bzw. in der Entgiftungsphase massiv zu verstärken. Ich stellte fest, dass Amalgam ein Vitamin- und Mineralstoffräuber ist. Ich hatte und habe mit Krämpfen, Beinkribbeln, Ohrensausen, Zittern, Augenflimmern, sowie Schwindel und Muskelschmerzen zu kämpfen. Auch stellten sich wie schon gesagt einzelne Panikattacken und depressive Verstimmungen ein.
Die Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten konnte die Situation nicht wirklich ändern, aber ich weiss nicht, was ohne sie gewesen wäre. Ich erkläre mir den Mineralstoffmangel auch mit der Unfähigkeit meines Körpers, die Stoffe gut aufzunehmen. Ich denke, dass die Verdauung in guter Verfassung sein muss, um diese Mineralien und Vitamine überhaupt richtig verwerten zu können.
Ein Teufelskreis also, zum einen ist Amalgam ein direkter Mineralstoffräuber, zum anderen schädigt der Stoff auch den Verdauungsapparat, der ja für die Abgabe der lebenswichtigen Stoffe verantwortlich ist. Ganz schön fies das Zeug ...

Noch etwas zu Kaffee und Amalgam. Dadurch, dass sich bei mir der Mineralstoff- und Vitaminmangel so stark bemerkbar machte, wirkte sich Kaffee immer mal wieder recht negativ aus. Es kam vor, dass ich nach einer Tasse Kaffee vermehrt Krämpfe etc. hatte. Da ich aber ein grosser Kaffeeliebhaber bin, wollte ich mir den absoluten Verzicht nicht zumuten. Die Reduktion auf eine Tasse pro Tag, war für mich jedoch ein akzeptabler Kompromiss.

Da ich selber eher skeptisch veranlagt bin und mich auch in dieser Amalgam-Geschichte immer wieder mal fragte, ob dieser Stoff auch wirklich etwas mit meinen Symptomen zu tun hat, möchte ich hier noch kurz einiges zusammenfassen:

- Panikattacken und Depressionen
Sicher ist, dass ich von Grund aus schon eine Veranlagung zu diesen psychischen Leiden mitbringe, zumal meine Kindheit und die Veranlagung meiner Eltern dafür sprechen. Interessant ist jedoch, dass diese Symptome, während der Entfernung des Amalgams und in der Entgiftungsphase seit langem wieder heftig auftreten.
(Als sich bei mir vor ca. 15 Jahren eine Panikstörung etablierte, wusste ich überhaupt nicht, was mit mir los war. Im Lauf der Zeit lernte ich jedoch erstens, was es ist und zweitens, wie damit umgehen. Wenn ich heute von Panikattacken spreche, so sind dies eher milde Versionen dessen, wie es mir früher ergangen ist. Einer der wichtigsten Dinge, die ich gelernt habe, ist die Angst vor dem Monster Panikattacke zu verlieren, ich lass sie, wie sie ist. Für mich bricht keine Welt mehr zusammen, wenn sie da ist oder da war. Ich verlor die Angst vor der Angst. So hat es sich ergeben, dass die Attacken immer seltener wurden und schliesslich bis auf diese während der jetzigen Entgiftungsphase auftretenden ganz verebbten.
Wer sich zu Panikattacken informieren möchte findet viele Informationen und weiterführende Links (auch für die Schweiz) dazu unter:
http://www.angst-und-panik.de/ )

- Metallgeschmack
Einer der auffallendsten Symptome war der kontinuierlich zunehmende Metallgeschmack im Mund. Dies wurde mit der Zeit dermassen unerträglich, dass ich nicht mehr den eigenen Speichel schlucken wollte. Glücklicherweise konnte ich die Plombe genau lokalisieren, die einen derart extremen Metallgeschmack verursachte. In einer der ersten Sitzungen bei meinem Zahnarzt, liess ich also diese Plombe entfernen. Und siehe da, der Metallgeschmack war schlagartig weg!

- Hautausschlag
Ich denke hier gibt es wenig zu sagen. Der Allergie-Test beim Arzt spricht für sich. Die Diagnose Amalgam- und Quecksilber-Allergiker zu sein ist meiner Meinung nach ein starker Beweis für eine Vergiftung, zumal ich ein eher zurückhaltender Fischesser bin. (Was ja auch eine ganz beträchtliche Schwermetall-Quelle sein kann.)

- Verdauungsprobleme
Während der Entgiftungsphase haben meine Verdauungsprobleme derart zugenommen, dass für mich kein Zweifel an einem Zusammenhang besteht.Auch meine Recherchen im Internet ergaben, dass Amalgam einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Verdauungssystem des Menschen hat.
Anmerkung:
Ich habe festgestellt, dass Verdauung und psychisches Wohlbefinden eine starke Entsprechung haben. Ich weiss, dass es unzählige Theorien bezüglich des Zusammenspiels zwischen Körper und Seele gibt. Eines jedoch weiss ich aus eigener Erfahrung: Meine Panikattacken sowie meine Erschöpfungszustände und Mattigkeit haben einen direkten Zusammenhang mit meiner Verdauung.
(Ich denke, eine wichtige Quelle für Wissen sind immer auch Erfahrungen und Beobachtungen, die Menschen mit verschiedensten Phänomenen machen. Dies ist auch in der westlichen Medizin eine nötige und wichtige Entwicklung. Meines Wissens hat die chinesische Medizin enorm von diesem Erfahrungswissen profitiert.
Abschliessend kann ich sagen, bin ich nun wirklich überzeugt, dass Amalgam ein sehr gefährlicher Stoff ist, der in meinem Körper eine Menge angerichtet hat.

Diese Geschichte ist noch nicht wirklich beendet. Während ich das schreibe, wartet in den nächsten Tagen mein letzter Zahnarzt-Termin auf mich. Natürlich werde ich hier über den weiteren Verlauf berichten.

 
 
29.06.2003

Endlich ist es soweit, ich habe kein Amalgam mehr im Mund. Am 23.6.03 habe ich die letzten Füllungen entfernen lassen. Ein gutes Gefühl :-)

Jetzt ist es endlich absehbar.

 
 
Zwischen den Jahren 2003 und 2006 habe ich sehr viele Methoden ausprobiert. Daher ist es sehr schwierig zu sagen was genau wie und wo gewirkt hat.

Das Wichtigste für mich war die Entfernung des Amalgams aus den Zähnen. Sicher war auch die Entfernung für den Körper eine grosse Belastung. In meinem Fall war es jedoch die einzig akzeptable Lösung.

Die Entgiftung mit Chlorella Algen bzw. NDF war sicher auch eine gute Sache.

Viele Symptome blieben jedoch bzw. mutierten ständig, einmal war es dies ein andreres mal jenes was mir weh tat mich beunruhigte oder behinderte.
Sehr auffällig war die Angst vor den Symptomen, welche eigentlich die Angst vor meinem Körper war. Ich betrachtete meinen Körper als Feind.

Trotzdem ging es langsam bergauf, es wurde besser.
 
 
2006 lernte ich einen Mann kennen welcher eine asiatische Methode praktizierte, welche sich Taijiwuxigong nannte. Schon früher hatte ich einmal Taiji praktiziert, welches auch damals schon eine gute Sache war, aber mehr als eine innere Ruhe eigentlich nichts bewirkte.

Diesmal sollte es jedoch anders kommen. Dieser Lehrer hatte ein sehr profundes Wissen über den Körper und seine Funktionen und er brachte mir bei, den Körper wieder als einen Freund zu akzeptieren und nicht als eine Quelle stetigen Leids.

In diesem System geht man davon aus das Entgiftung nur stattfinden kann, wenn die Energien im Körper frei fliessen können. Der Körper besteht eben nicht nur aus Sichtbarem, wie man im alten China (Akupunktur, Taiji, Qi-Gong etc.) schon lange wusste.

Für mich entstand ein absolut neues Körpergefühl und ein Vertrauen in meinen Körper welches vieles wieder möglich machte.
Entgiftung konnte und kann stattfinden.

Dieser Weg, welcher mit stetigem trainieren (Bewegungsübungen) gegangen werden muss, ist sicher nicht immer einfach (Erstverschlimmerung, Kriesen etc.), aber mir geht es heute unglaublich viel besser.

Infos finden sich hier.

 
 
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